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Dienstag, 26.06.07: Meine Tage sind gezaehlt

"You're days are counted" Das hat mein Englischlehrer richtig erkannt. Gestern hat meine letzte Woche in Japan begonnen. Und die letzte Zeit ist bei weitem die stressigste.
Letzte Woche Montag musste ich meine Abschiedsrede vor der ganzen Schule halten. Als ich sie schrieb, fand ich sie selbst total langweilig, aber als ich sie dann schlussendlich gehalten habe, habe ich von Anfang bis Ende Rotz und Wasser geheult.
Am Freitag habe ich quasi als Abschied fuer die Direktorin (geplant) und neun weitere Lehrer (ungeplant) im Kimono ee zubereitet. Da war ich allerdings zu nervoes, um traurig zu sein.
Am selben Tag hatte ich auch meine letzte aktive Trainingseinheit beim Kendo. Und obwohl ich diese Woche noch hingehe (zum Zugucken), habe ich schon allein bei dem Gedanken, dass ich nie wieder mit den Maedels um die Wette schreien und gegen sie haushoch verlieren kann, mal wieder geheult wie ein Schlosshund. Immerhin habe ich hier mit dem Kendo angefangen und daher ist alles, was ich mit Kendo verbinde auch mit dieser Schule verbunden.
Am Samstag hatte ich dann quasi das Abschiedsessen fuer meine drei Gastfamilien, was aber ausnahmsweise ohne Traenen verlief.
Am Sonntag war ich erst den ganzen Tag mit zwei Freundinnen aus der Klasse unterwegs und abends dann bei einem Extra-Abschiedsessen meiner ersten Gastfamilie. Das war eigentlich auch gar nicht so ruehrend, aber als die alle anfingen, Reden fuer mich zu halten, liefen die Traenen dann doch.
Heute stand dann das wohl letzte Event mit Japanern an: Karaoke mit meinen besten Freundinnen...

*sigh* Ich will nicht nach Hause. Ich meine, es ist nicht so, dass ich mich nicht freue, die Leute in Deutschland wiederzusehen, aber hier weg will ich trotzdem nicht.
Als ich hierher gekommen bin, war ich nicht sonderlich traurig, mein Leben in Deutschland fuer ein Jahr hinter mir zu lassen, da es eben nur ein Jahr war und ich wusste, dass ich alle danach wiedersehe.
Jete habe ich mir hier auch so etwas wie ein Leben mit Familie, Freunden und regelmaessigem Tagesablauf aufgebaut und wenn ich jetzt nach Deutschland zurueckfliege, kann ich eben nicht dafuer garantieren, dass ich die Leute hier naechstes Jahr oder ueberhaupt jemals wieder sehe. Ich meine, klar haben wir gesagt, wir schreiben uns, wir treffen uns, etc., aber wer weiss, wie lange das halten wird?!
Man kann also sagen, dass ich, sobald ich das Flugzeug betrete, mein Leben hier mit all den Menschen und allem, was sonst dazugehoert, verliere.
Das ist wie einmal sterben und wer stirbt schon gerne?!
27.6.07 02:04
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Leo (1.7.07 22:19)
oh...das hört sich echt niederschmetternd an, aber leider ist das ja bekanntlich immer so, da können meist selbst die besten vorsätze auch über die weite hinweg mails etc. zu schreiben, nichts dran ändern

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