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Donnerstag, 26.04.07: Warum ich nie gerne verspreche, mich um andere Leute zu kuemmern

Im April ist eine der drei Toechter meiner ersten Gastfamilie auf meine Schule gekommen und da ihre Mutti mich gebeten hat, mich ein bisschen um sie zu kuemmern (Und das obwohl ICH die Auslaenderin bin), habe ich rein hoeflichkeits-technisch zugesagt. Gestern habe ich es bereut.
Als ich nach'm Sado zu ihrem Klassenraum ging, um mit ihr nach Hause zu fahren, fand ich zwar nicht sie, aber zwei andere Maedchen vor, die mir sagten, sie waere beim Volleyball. Das hat mich ziemlich gewundert, da sie doch gar nicht zum Volleyball wollte. Trotzdem bin ich (schon etwas in Eile) zur Turnhalle gegangen, um nachzusehen. Natuerlich war sie dort auch nicht, sodass ich durch die halbe Schule gerannt (ja, im Laufschritt) bin, um den Club zu finden, zu dem sie eigentlich wollte. Dort sagte man mir, sie waere total in Eile zur Bushaltestelle gelaufen. Ich ging also dorthin, wo ich sie (natuerlich) auch nicht vorfand. Also dachte ich mir, dass sie vielleicht die Zeit verwechselt, gesehen hat, dass sie viel zu frueh ist, und zur naechsten Bushaltestellen gegangen ist und stieg ein. Als sie dort allerdings auch nicht einstieg, fing ich an, mir ernsthafte Sorgen zu machen. Immerhin hatte ich ihrer Mutter ja versprochen, mich um sie zu kuemmern.
As ich allerdings am Bahnhof ausstieg und durch die Bahnhofshalle ging, ratet mal, wer mir verlegen laechelnd entgegen kam?! Richtig, meine Gastschwester!!
Sie hatte die Zeit wirklich verwechselt, allerdings nicht, wie ich dachte, um ein paar Minuten, sondern um eine ganze Stunde. Und anstatt kostenlos (Monatsticket) zur Schule zurueckzufahren und dort auf mich zu warten, wartete sie lieber im kalten Bahnhof.
1.5.07 06:41


Sonntag, 19.04.07: Die spinnen, die Japaner Teil 6 oder... Mathe in Japan

Seit April belege ich also (in weiser Voraussicht auf meine Schuljahre in Deutschland) wieder Mathe. Als ich in der ersten Stunde fragte, ob ich meinen Taschenrechner aus Deutschland benutzen duerfe oder ob sie einen eigenen haetten, war die Antwort reichlich schockierend: Ein recht komischer Blick und die Worte "Taschenrechner? Wozu brauchst du den denn?" Zugegebenermassen kam ich mir recht dumm vor, so quasi als "doofer Deutscher, der nicht im Kopf rechnen kann", was noch verstaerkt wurde, als ich die Einzige war, die bei der Aufgabe "97:7" etwas die Stirn runzelte. Doch jetzt weiss ich, dass ich mich keineswegs dumm fuehlen muss. Wenn man die Aufgabe mit dem Taschenrechner rechnet, kommt rund 13,86 raus. In Japan wird dann als Loesung einfach (ich zitiere "13 komma irgendwas" angegeben. Meine Mathelehrerin haette mir dafuer den Hals umgedreht. Langsam und qualvoll.
Aber ich bin hier halt in Japan. Und bekanntlich spinnen die Japaner ja ein bisschen.
8.5.07 09:14


Dienstag, 01.05.07: Hanami

So, jetzt kann ich offiziell jedem auf die Nase binden, dass ich in Japan war, denn...
Ich war auf dem Kirschbluetenfest. Und zwar nicht auf irgendeinem, sondern auf dem in Hirosaki, wo die Kirschblueten als die schoensten Japans gelten. Damit haette sich dann auch die Frage geklaert, ob es schoen war. Es war wunderschoen und dazu stehe ich, egal, wir oft ihr mir an den Kopf werft, ich waere kitschig.
Allerdings zieht sowas natuerlich auch eine Menge Leute an, was hiess, dass ich vor sechs aufstehen musste, damit wir um neun und vor dem grossen Anlauf in Hirosaki ankommen. s hat zum Teil gewirkt. Ich fand es zwar schon voll, als wir da waren, aber als wir das Fest verliessen kamen im Radio die Ansagen ueber kilometerlange Staus und stundenlange Wartezeiten.
Tja, wer in Ruhe Kirschblueten sehen will, muss halt frueher aufstehen...
8.5.07 09:18


Sonntag, 13.05.07: Karaoke oder: Box ist nicht gleich Box

Wenn wir als Auslaender ueber typisch japanische Freizeitbeschaeftigungen (neben Arbeiten) nachdenken, ist eines der ersten Dinge, die uns einfallen die Karaokebox. Aber was duerfen wir uns eigentlich unter einer Karaokebox vorstellen?
In ging wirklich von dem Begriff "Box" aus und so entsprach meine Vorstellung ungefaehr diesem Bild: Ein kleiner, viereckiger Raum mit weissen Waenden und hellgrauem Linoleumfossboden. Eine "Sitzecke", wie wir sie aus Bowlinghallen kennen (mit kleinem Tisch fuer Getraenke), eine Musikanlage, ein Bildschirm fuer die Musikvideos und etwas Platz fuer den Kuenstler.
Die Wahrheit sieht ganz anders aus:
Als wir den Laden betraten, sahen wir uns einer Rezeption (aehnlich wie im Hotel) gegenueber. Nachdem wir uns dort angemeldet hatten (bezahlt wurde im Nachhinein), wurden wir in den zweiten Stock und durch einen Flur (der auch aussah, wie im Hotel) zu unserem Zimmer (mit Zimmernummer, wie im Hotel) gefuehrt. Und dort erwarteten uns weder weisse Waende, noch Bowlingsitzecke und erst recht kein Linoleumfussboden. An dessen Stelle Parkttbelag, ein typisch japanischer, riesiger Tisch mit gemuetlichen Sitzkissen und "romantisch" gedimmtes Licht. Nur die Musikanlage und der Bildschirm hielten meiner Vorstellung stand.
So viel zum Thema KaraokeBOX... (Und ja, wir haben uns nicht verirrt und sind im Love Hotel gelandet...)
PS: Wenn's jemanden interessiert: Wir haben 4 1/2 Stunden alle moeglichen japanischen Bands (fuer die ganz Interssierten: Diru, Gaze, Naito, Despa, Alice Nine, AnCafe, Mucc, Merry, Vidoll, Doremi,...) verschandelt und es war eine der lustigen Beschaeftigungen, die ich kenne!!
18.5.07 07:59


Dienstag, 22.05.07: peinliche Fehltritte Teil II

Wie schon mehrfach erwaehnt, habe ich mir hier ja einen Kimono gekauft. Da man einen Kimono aber nicht einfach so anzieht, hat mir meine Sado-Lehrerin vor einigen Wochen angeboten, mir Unterricht zu geben, was ich natuerlich dankend angenommen habe. Und schon in der ersten Stunde geschah der peinliche Fehltritt:
Da es beim Kimono extra Unterkleider gibt und ich generell MIT Unterwaesche aus dem Haus gehe, habe ich mir nichts zum Wechseln mitgenommen. Immerhin hatte meine Lehrern 1. nichts davon gesagt, 2. muesste ich mich eh bis auf die Unterwaesche ausziehen und 3. Wenn sie mir schon anbietet, mir zu zeigen, wie man sich anzieht, wird sie als Frau schon kein Problem damit haben, eine andere Frau in Unterwaesche zu sehen. Falsch gedacht!
Kaum hatte ich mich ausgezogen, fragte mich meine Lehrerin, ob mir denn ueberhaupt nicht kalt waere, so ganz ohne Unterhemd. Allerdings sprach aus ihrer Stimme weniger Sorge, als mehr Schock und verstecktes Unverstaendnis.
Und nachdem ich einige Sekunden darueber nachgegruebelt habe, wieso jemand einer 17-Jaehrigen im Fruehling ein Unterhemd andrehen will (wo ich doch schon einen BH anhatte) fiel dann auch bei mir der Groschen.
Und seit diesem Tag habe ich immer ein Traegertop und eine enge, kurze Hose mit!!
22.5.07 02:23





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