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Samstag, 30.09.2006

Seit gestern bin ich also auf dem Treffen der Austauschschueler aus Aomori. Das Gute war: Ich konnte am Freitag bis Neun schlafen. Das Schlechte: Heute nur bis um 6.
Ihr koennt euch das Ganze uebrigens vorstellen, wie eine Klassenfahrt - nur viel kuerzer, viel langweiliger und mit Menschen, die man noch nie zuvor gesehen hat und auch nie wieder sieht.
Alles begann mit 20 Minuten Verspaetung (die uns spaeter von unserer Freiziet abgezogen wurden...) mit dem "Speech-Contest" auf Japanisch, den sowieso keiner der Austauschschueler verstanden hat. Danach haben wir, ganz unseren Alter entsprechend, Tassen oder Schuesseln aus Ton hergestellt. Zumindest sollte es sowas werden, aber bei den meisten kamen nur undefinierbare Produkte abstrakter Kuns raus. Aber mal ehrlich, das habe ich das letzte Mal in der sechsten Klasse gemacht - und schon damals gehasst.

Haben Japaner eigentich den Ruf, kapitalistisch zu sein? Wenn ja, haben sie dem Ruf in dem darauffolgenden Spiel alle Ehre gemacht.
Okay, hier mal die Regeln in Kurzform: Die Menschen werden in Gruppen (Laender) eingeteilt. Vier Einwohner pro Land. Jedes Land erhaelt einen Umschlag mit "Rohstoffen" und "Werkzeugen" (in unserem Fall Papier und Geometriematerial). Damit mussten wir dann Figuren vorgegebener Groesse ausschneiden, die wir bei der Bank gegen Geld eintauschen konnten. Von diesem Geld konnte man dann tolle Sache kaufen: Nahrung, Krankenhaeuser, Schulen oder eben das wichtigste: PANZER!
Ziel des Spiels war es, moeglichst viel Reichtum anzuscheffeln - Halt das, was ich sowieso als mein Lebensziel ansehe...
Meine Gruppe war Land F. F wie Afrika oder F wie mausearm. Wir hatten zwei Blatt Papier und einen Stift, um ein Rechteck, ein Dreieck, eine Habkugel und/oder einen Kreis herzustellen. Die anderen hatten uebrigens so tolle Dinge wie Lineal, Zirkel und/oder SCHERE!
Uns wurde dann der einfallsreiche Vorschlag gemacht, wir koennten bei den Anderen ja mal betteln gehen. Da das aber alles boese Kapitalisten waren, haben die uns natuerlich nichts abgegeben.
In der zweiten Runde haben wir dann noch ein Lineal und eine Schere bekommen, damit konnten wir doch schonmal was anfangen. Da ein Dreieck aber mehr wert war, als ein Viereck, haben wir krampfhaft ueberlegt, wie man mit einem Lineal ein gleichseitiges Dreieck zeichnet. Und da mi ja eh furchtbar langweilig war, habe ich angefangen, die Hoehe auszurechnen. Hat sogar geklappt. (Habt ihr schon mal versucht, die Wurzel von 64,75 im Kopf zu ziehen? Da kommt uebrigens 7,8irgendwas raus...)
Die Nacht durften wir dann mit 5 Wildfremden in einem Zimmer verbringen. War mir aber egal, da ich eh nur zum Schlafen da war.
Heute reisten wir nach dem Mittagessen ab. War auch besser, nach dem, was Gabi (auch Ayusa-Schueler aus Dtl.) sich das geleistet hatte.
Zuerst fiel uns leider zu spaet auf, dass wir die Einzigen am Tisch (sonst nur Japaner) waren, die das Curry ueber dem Reis hatten und nicht feinsaeuberlich getrennt daneben. Hoppla. warum gucken die denn alle so seltsam?
Dann ging's zum Dessert. Ich weiss nicht mehr genau, was er war, aber ich brauche nur drei Worte uim es zu beschreiben: weich, unkaubar, eklig! Ich habe es trotzdem brav runtergeschluckt - und danach drei Glaeser Wasser vernichtet, was die Japaner offensichtlich sehr lustig fanden. Mein lieber Freund Gabi hingegen... Der fand's so eklig, dass er es prompt wieder zurueckgespuckt hat. Die Blicke wechselten von amuesiert zu angewidert.
Aber danach wollte trotzdem jeder Fotos mit uns machen. Warum? Um zu sagen: "Guck mal, das sind die Ekel-Deutschen!"?
4.10.06 06:55


Montag, 02.10.06: Schul-Basar oder: Wie man die Schueler auch am Sonntag effektiv quaelt

Es war ein wunderschoener Sonntag. Die Sonne schien, die Voegel zwitscherten und unsere Hauptheldin schlief den Schlaf der Gerechten... Schoen waer's!!
Es war noch halb dunkel, bewoelkt und ich versuchte um 6 Uhr, mich in noch halbtotem Zustand aus dem Bett zu schaelen.
Da der Tag aber sowieso viel zu frueh anfing, um gut zu enden, habe ich auch prompt die Weste meiner Schuluniform zu Hause vergessen. Ich weiss, das klingt jetzt gar nicht so schlimm, aber seid ihr schon mal bei gefuehlten 80Grad Innentemperatur den ganzen Tag im Pulli 'rumgerannt? Wenn ja, dann wisst ihr, wovon ich rede. Wir duerfen unsere Bluse naehmlich entweder mit Weste oder mit Pulli tragen.
Da wir am Vormittag absolu GAR NICHTS zu tun hatten, spielten wir mit unseren JUngs und unserem Aufsichtslehrer Volleyball. Dadurch wurde mir so warm (womit wir wieder beim Pulli-Problem waeren), dass ich mich bis auf die nackte Haut entbloesste... Zumindest an den Fuessen.
Am Mittag kam dann meine Gastmutti mit zweien meiner Gastschwestern. Die mussten dann auch erstmal die Jungs inspizieren und herausfinden, welcher am besten zu mir passt. Ganz "unauffaellig" natuerlich. (Ich habe waehrenddessen ganz interessiert die wunderschoene Decke gemustert...)
Am Nachmittag durften wir dann auch endlich mal was tun.
Ich hatte die verantwortungsvolle Aufgabe mit 4 anderen an die 1000 Lose aus einer Kiste zu ziehen. Nach ca. 300 habe ich allerdings aufgegeben und meine Arbeit gegen eine viel interessantere eingetauscht. Ich habe die Lose, die schon mit einem Klebestreifen an den Preisen befestigt waren mit einem weiteren Klebestreifen, den ich von einem Klassenkameraden (uebrings meinem Ehemann in Spe, wenn's nach meiner Gastmutti geht) erhielt, fixiert. In Deutschland nennt man das Arbeitsbeschaffungsmassnahmen...
Zu gewinnen gab's uebrigens so tolle Dinge wie Sojasauce, Saatdressing, Spuelmittel, Sandalen, Sportzeug...
6.10.06 04:03


Dienstag, 03.10.2006: Neuer Ferienweltrekord oder: der laengste Tag meines Lebens

Gestern ging eine der drei Schulperioden zu Ende und jetzt haben wir Ferien. Das Lustige ist:
1. Alle Schulen haben unterschiedliche Perioden. Das ist, als ob das Lessing-Gym. im Juni Sommerferien hat und das Einstein-Gym. im September.
und
2. Die Ferien sind superlang. Naemlich genau (haltet euch fest und setzt euch lieber hin!) EINEN TAG! Super, oder?! Ich hab noch keine Ahnung, was ich in der ganzen Zeit machen soll. Mal sehen, vielleicht Besuche ich meine Familie in Deutschland oder ich mache eine Weltreise... oder ich schlafe einfach den ganzen Tag...
6.10.06 04:11


Die spinnen, die Japaner... (Teil 1)

... und damit meine ich nicht einmal die Tatsache, dass hier niemand die ganzen guten J-Rock-Bands (Fuer die Unwissenden: Das "j" steht fuer Japan) kennt, dafuer aber jeder die Schuhgroesse irgendwelcher amerikanischer Hip Hopper. Nein, heute geht es um etwas, was mich wirklich schockiert und fuer mein Leben gezeichnet hat. Gut, das hat die oben genannte Tatsache auch, aber heute geht es um etwas anderes. Punkt.
Es war vor einigen Tagen in der Mittagspause und ich liess mich gerade per Schullautsprecher von irgendeiner japanischen Girlieband volljaulen, als mir die Worte meiner Verwandten und Bekannten in den Sinn kommen, ich solle doch hier ein bisschen Kommunikation betreiben. Also gut, denk ich mir und frage die Mitschuelerin neben mir, ob ich nicht ein bisschen in ihrer japanischen Maedchenzetschirft blaettern duerfte. (Um mal zu gucken, ob die genauso fixiert sind, wie die deutschen.) Freudestrahlend reicht sie mir auch eines der Heftchen. (Anmerkung: Es lagen fuenf weitere auf dem Tisch und gut 10 darunter.)
Ich fange also an zu blaettern, als mich auf der ersten Seite ein halbnacktes, junges Maedchen anlaechelt. Mir draengt sich die Frage auf, warum in japanischen Girlie-Zeitschriften habnackte Maedchen abgebildet sind, aber ich verdraenge sie mit dem Gedanken, den Text ja nicht lesen zu koennen.
Also blaettere ich weiter. Doch was ich ca. auf Seite 30 sehe, raubt mir echt den Atem. (Nein, es war kein Nacktbad von einem meiner Lieblingsmusiker.)
Da gab's doch auf der "What's in"-Seite tatsaechlich Werbung fuer einen Stift, mit dem sich junge JapanerInnen die Brustwarzen rosa malen koennen!! Woher ich das weiss? Ganz einfach, das verdeutlichte mir 1. die nette junge Dame, die diesen "Brustwarzenstift" per Foto vorfuehrte und 2. die Grossbild-"Vorher"-"Nachher"-Aufnahme ihrer Brustwarzen...
Und das in einer Zeitschrift fuer Maedchen unter 18...
10.10.06 09:37


peinliche Fehltritte Teil 1

Es war ebenfalls vor ein paar Tagen, als ich, bei den Vorbereitungen zum Abendessen helfend, alle fragte, wieviel Reis sie denn essen wollten. Meine mittlere Gastschwester Narumi entschied sich fuer eine 7/8-Schuessel. Fragt mich bitte nicht, warum ausgerechnet 7/8 und nicht 9/13 oder 23/40. Mathematisch genau, wie ich nunmal bin, wollte ich ihr also die Portion so 7/8lig, wie moeglich machen (Nein, ich habe nicht angefangen, die Schuessel auszumessen). Ich fuelle also etwas Reis ein, druecke fest, fuelle noch etwas nach, druecke fest, ...
Bis mir meine Gastmutti hektisch mit dem Armen rudernd erklaert, ich solle doch bitte den Reis nicht festdruecken. Auf einen fragenden Blick meinerseits sagt sie mir dann auch, warum. Den Reis drueckt man fest, wenn man ihn vor den Hausaltar fuer die verstorbenen Ahnen stellt.
Versteht mich nicht falsch, ich mag Narumi wirklich gerne. Sie ist sehr nett und hat mir nie was getan. Sie hat mir weder den Freund ausgespannt, noch mein Stueck Kuchen gegessen. Und meine 7/8-Schuessel Reis auch nicht...
10.10.06 09:43


Freitag, 13.10.06: Grossputz

Als ich heute, wie jeden Freitag (und Montag und Mittwoch und Donnerstag) zum Kendotraining ging, fand ich die Halle leer vor. Da ich jedoch nach dem Unterricht sofort aus dem Ram gesprintet war, um ja niciht zu spaet zu kommen, entschloss ich mich, zu warten. Vielleicht waren die anderen ja nicht so gehetzt, wie ich es war. Dann wies mich die Trainerin des Volleyballclubs darauf hin, dass die Kendoschuelerinnen in der Mensa waeren (soviel zu dem Thema, nicht so gehetzt, wie ich). Ich begab mich also dorthin und fand die Haelfte (die andere Haelfte sass noch im Unterricht) der Maedchen putzend vor. Mein Lehrer fragte mich, ob ich helfen wollte, was ich natuerlich bejahte (bin ja 'ne liebe Schuelerin). Als putzten wir die Mensa blitze-blinke-strahle-blank. Keine Ahnung, warum wir eigentlich putzten, aber wir putzten erstmal.
War sogar ganz interessant - besonders, wenn man bedenkt, dass die Meister in den ganzen Kampfsportfilmen ihre Schueler auch immer putzen lassen und aus denen dann die genialen Weltmeister werden. Vielleicht werd ich ja auch mal Weltmeisterin. Im "auf den Knien rumrutschen und die schwarzen Streifen vom Boden schrubben". Vielleicht wird das ja mal ne olympische Disziplin - und dann werd ich die Beste sein!!!!
19.10.06 05:59


Mein erstes Erdbeben oder: aaaaah! *panisch kreischend im kreis renn*

Es war am Montag in der 4. Stunde. Wir sassen im Klassenraum und versuchte erfogreich, den Lehrer zu ignorieren, als ploetzlich....
... die Erde anfang zu wackeln. Der Putz begann, von den Waenden zu broeckeln und die Lampen flackerten wild, ehe sie ganz verloschen und von der Decke fielen. Als die Tuer zusammenbrach, wussten wir, dass es kein Entkommen gab. Wir versuchten, ruhig zu bleiben, doch als die ersteb Schreie dumf vom Flur zu uns drangen, brach allgemeine Panik aus...
Gut zugegeben, das war vielleicht ein bisschen (!) uebertrieben.
Es war wirklich in der vierten Stunde (und wir schafften es nicht, den Lehrer zu ignorieren) und die Erde wackelte wirklich, allerdings ruettelte mein Stuhl nur dreimal hin und her, dann war alles wieder ruhig. Das reichte zwar, um mir einen gehoerigen Schrecken zu vepassen, dochda ich mich noch (oder schon?) im Halbschlaf befand, war ich mir nicht einmal sicher, ob ich mir das vielleicht nur eingebildet hatte. Und ehe ich ueberhaupt nachgeschlagen hatte, was Erdbeben ueberhaupt heisst, war schon alles vorbei...
Aber das klingt so unspektakulaer!!
19.10.06 06:05


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