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Mittwoch, 27.06.07: Also doch 'ne Frau?!

Ich habe es ja schon geahnt, als ich hierher gekommen bin, aber jetzt ist es fast sicher: Ich muss wohl oder uebel eine Frau sein. Denn: Nur Frauen koennen solche Probleme mit ihrem Gepaeck haben. Ich habe garantiert 30kg an Gepaeck per Post nach Hause geschickt, damit ich ueberhaupt ein Gewicht erreiche, mit dem ich einigermassen garantiert ins Flugzeug steigen kann: 22kg ohne Handgepaeck.
Ich hoffe, dass die japanischen Flughafenbeamten genauso nett sind wie die deutschen und mir die zwei Kilo schenken, denn Uebergepaeck ist richtig teuer: 35 Euro pro Kilo...
Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass das ganze Gepaeck nicht zu Stande gekommen ist, weil ich kaufsuechtig bin (wobei ich das mittlerweile nicht mal mehr abstreite), sondern weil ich von so gut wie jedem Menschen, dem ich begegnet bin, irgendetwas geschenkt bekommen habe. Und das waren meist nuetzliche Dinge, sodass ich das nicht mal wegschmeissen konnte.
27.6.07 02:09


Dienstag, 26.06.07: Meine Tage sind gezaehlt

"You're days are counted" Das hat mein Englischlehrer richtig erkannt. Gestern hat meine letzte Woche in Japan begonnen. Und die letzte Zeit ist bei weitem die stressigste.
Letzte Woche Montag musste ich meine Abschiedsrede vor der ganzen Schule halten. Als ich sie schrieb, fand ich sie selbst total langweilig, aber als ich sie dann schlussendlich gehalten habe, habe ich von Anfang bis Ende Rotz und Wasser geheult.
Am Freitag habe ich quasi als Abschied fuer die Direktorin (geplant) und neun weitere Lehrer (ungeplant) im Kimono ee zubereitet. Da war ich allerdings zu nervoes, um traurig zu sein.
Am selben Tag hatte ich auch meine letzte aktive Trainingseinheit beim Kendo. Und obwohl ich diese Woche noch hingehe (zum Zugucken), habe ich schon allein bei dem Gedanken, dass ich nie wieder mit den Maedels um die Wette schreien und gegen sie haushoch verlieren kann, mal wieder geheult wie ein Schlosshund. Immerhin habe ich hier mit dem Kendo angefangen und daher ist alles, was ich mit Kendo verbinde auch mit dieser Schule verbunden.
Am Samstag hatte ich dann quasi das Abschiedsessen fuer meine drei Gastfamilien, was aber ausnahmsweise ohne Traenen verlief.
Am Sonntag war ich erst den ganzen Tag mit zwei Freundinnen aus der Klasse unterwegs und abends dann bei einem Extra-Abschiedsessen meiner ersten Gastfamilie. Das war eigentlich auch gar nicht so ruehrend, aber als die alle anfingen, Reden fuer mich zu halten, liefen die Traenen dann doch.
Heute stand dann das wohl letzte Event mit Japanern an: Karaoke mit meinen besten Freundinnen...

*sigh* Ich will nicht nach Hause. Ich meine, es ist nicht so, dass ich mich nicht freue, die Leute in Deutschland wiederzusehen, aber hier weg will ich trotzdem nicht.
Als ich hierher gekommen bin, war ich nicht sonderlich traurig, mein Leben in Deutschland fuer ein Jahr hinter mir zu lassen, da es eben nur ein Jahr war und ich wusste, dass ich alle danach wiedersehe.
Jete habe ich mir hier auch so etwas wie ein Leben mit Familie, Freunden und regelmaessigem Tagesablauf aufgebaut und wenn ich jetzt nach Deutschland zurueckfliege, kann ich eben nicht dafuer garantieren, dass ich die Leute hier naechstes Jahr oder ueberhaupt jemals wieder sehe. Ich meine, klar haben wir gesagt, wir schreiben uns, wir treffen uns, etc., aber wer weiss, wie lange das halten wird?!
Man kann also sagen, dass ich, sobald ich das Flugzeug betrete, mein Leben hier mit all den Menschen und allem, was sonst dazugehoert, verliere.
Das ist wie einmal sterben und wer stirbt schon gerne?!
27.6.07 02:04


Freitag, 08.06.07: 優勝おめでとう!

Erfreuliche Nachricht: Mein Kendoclub hat am letzten Wochenende das Praefekturturnier gewonnen (Schlechte Nachricht: Ich war nicht dabei ).
Noch erfreulichere Nachricht: Wir waren deswegen heute auf einer Party.
Zuerst wusste ich davon gar nichts Als ich heute die Umkleidekabine betrat, wurde mir gesagt, dass ich mich nicht umziehen muesste, da wir weggehen wuerden. Darueber war ich allerdings anfangs nicht so erfreut, da ich nicht, wie alle anderen, im Heim wohnte und deswegen an einen bestimmten Zeitplan gebunden war. Aber dann hat mein Lehrer auch noch gesagt, dass er gerne moechte, dass ich mitkomme und dass mich die Eltern einer Freundin aus dem Kendoclub nach Hause fahren wuerden.
Und jetzt so im Nachhinein bin ich ganz froh, dass ich gegangen bin. Gut, wir mussten am Anfang alle eine kleine Rede ueber das Turnier halten (obwohl ich gar nicht dabei war) und bei der Vorstellung der Mitglieder wurde ich gekonnt uebergangen, aber ansonsten war es toll. Ich hab mich voll gut mit den Anderen aus dem Club verstanden und die Lehrer waren auch total gut drauf, sodass ich jede Menge Erinnerungsfotos schiessen konnte.
26.6.07 02:13


Donnerstag, 07.06.07: Zu Risiken und Nachwirkungen warten Sie bitte die naechsten Tage ab

3 Naechte Nachtbus, kein Tag vor elf zu Ende, kein Morgen zum Ausschlafen, jeden Tag volles Programm - Dass das Auswirkungen hat, muss ich wohl nicht erwaehnen. Aber was fuer Auswirkungen??

Irgendwie hatte heute weder mein Lehrer, noch meine Klasse Lust, in Englisch wirklich Unterricht zu machen. Also haben sie sich unterhalten. Da ich aber nicht wirklich Lust hatte, mich zu unterhalten und das Thema sowieso nicht verstanden habe, habe ich beschlossen, mich ein bisschen auszuruhen...
Nur ein bisschen den Kopf auf den Tisch legen...
Nur ein bisschen die Augen zu machen...
Als ich sie das naechste Mal aufmachte, klingelte es gerade zur Pause...
25.6.07 03:26


Mittwoch, 06.06.07: 8. Reisetag: Heimfahrt

Und wieder eine Nacht mit viel zu wenig Schlaf hinter uns gebracht...
Kaum eine Stunde im Bus und schon fing das stundenlange Reden an. Nett, wie wir sind, haben wir den Mann hinter uns (der Einzige in unserer Naehe) natuerlich freundlich um Entschuldigung gebeten, dass wir so nervig sind, aber er meinte nur, dass es doch schoen waere, wenn wir so viel zu erzaehlen haetten. Also wurden die reslichen 5 Stunden mit Licht und danach im Fluesterton hemmungslos weitergequatscht. Und es war wirklich interessant, was wir zwei verbleibenen Maedchen so aus den Jungs rauskitzeln konnten. Also Maenner, entweder ihr tut nur so, als wuerdet ihr nur an Sex denken, oder wir haben zwei romantische Prachtexemplare der maennlichen Gattung im Programm...
Irgendwann gegen zwei bin ich dann doch eingeschlafen. Allerdings nur, um um 4 wieder aufzuwachen. Und da ich den besten Blick auf das "Besetzt"-Zeichen der Toilette hatte, habe ich mich gut zehn Minuten gewundert, welcher Idiot so lange auf dem Oertchen hockt. Dann kam meine Freundin mit meinem Geschichtenhefter raus und meinte, sie haette mit dem Lesen nicht laenger warten koennen. Und da es noch dunkel war und es nur auf der Toilette eine Lampe gab, die niemanden weckt...

In Tokyo wurden wir dann von einem wirklich freundlichen Mitarbeiter von Ayusa empfangen. Der war so freundlich, dass er einen unserer Jungs foermlich gezwungen hat, seine Sachen am Bahnhof einzuschliessen und zu seiner alten Schule (die er aufgrund Probleme gewechselt hat) zu gehen - nach gut 2 Stunden Schlaf.
Gabu und ich durften gluecklicherweise, wie geplant mit dem Shinkansen nach Hause, was sehr schweigsam, weil im Halbdelirium, ablief.
Und jetzt sitze ich auf einem Haufen Sachen und frage mich, wie ich das ganze Zeug in meine Tasche bekommen habe.
25.6.07 03:22


Dienstag, 05.06.07: 7. Reisetag: Zeit zum Abschiednehmen

Da unsere Gastmutter heute arbeiten musste und japanische Maenner scheinbar nicht faehig sind, sich selbst zu bekochen (zumindest habe ich es noch nie erlebt), hat uns unser Vater zum Fruehstueck eingeladen. Wir waeren gerade schoen beim Essen, als uns Kurose-san anrief und sich dafuer entschuldigte, dass sie sich wohl gestern nicht klar genug ausgedrueckt haette: Eigentlich haetten wir alle zur Schule kommen sollen, damit uns dort mitgeteilt wird, dass wir den Tag mit der Gastfamilie vebringen koennen. Da aber niemand gekommen ist, wurde das ganze Treffen abgeblasen und wir hatten gleich Zeite fuer die Familie (welche Logik...). Die vebrachten wir damit, uns von unserem Vater in seinem Benz durch die Gegend fahren zu lassen. Er hat uns die sehenswertesten Orte von Hagi gezeigt, aber, wer einen Mercedes hat, will den natuerlich auch benutzen, sodass wir mehr Zeit im Auto verbrachten, als sonst wo.
Am Nachmittag trafen wir uns dann wirklich an der Schule, allerdings diesmal nicht, um mit den Schuelern zu diskutieren, sondern untereinander. Und nachdem, was die anderen so erzaehlten, hatte ich wohl irgendwie am meisten Glueck. So gut, wie alle, hatten Probleme mit ihrer Gastschule. Sei es, dass sie im Unterricht, den sie nicht verstanden, mitarbeiten (nicht nur zuhoeren) mussten, von ihren Lehrern vergessen, der Klasse ignoriert wurden oder trotz gewuenscht, keinen Japanischunterricht hatten. Und was die Gastfamilie angeht, mussten zwei Jungs und ein Maedchen die sogar wechseln. Und ich? Ich hatte nie irgendwelche grossen Probleme mit meiner Gastfamilie und meine Schule kann ich auch nur dringend an alle Austauschschueler weiterempfehlen.
ウルスラ最高!!!!!

Dann kam die Zeit der Trennung. Da diesmal keine Gastgeschwister in unserem Alter vorhanden waren, fiel die aber weniger traenenreich (naemlich komplett ohne) aus. Und zum Abschied haben eine Freundin und ich noch ein Plakat von einem huebschen Japaner geschenkt bekommen, da wir ihn solange auf Japanisch angehimmelt haben, dass uns gesagt wurde, wir koennten die Plakate ruhig abnehmen.
Also ab jetzt wieder Nachtbus bis nach Tokyo...
25.6.07 03:13


Montag, 04.06.07: 6. Reisetag: Klassenfahrt-Aktivitaeten

Was ist das Ausschlaggende einer Klassenfahrt? Richtig, man wird zu Aktivitaeten gezwungen, zun denen eh keiner Lust hat und die trotzdem alle machen muessen. Und warum werden wir davon auch in Japan nicht verschont? Weil wir ja dann einen Spassfaktor von 100% haetten.
Also trafen wir uns morgens um 9 im Rathaus zur ersten unserer drei Gruppenaktivitaten - Irgendwelche Schmuckgegenstaende aus Glas herstellen. Man kann sich die Begeisterung sicher bildlich vorstellen, aber angesichts der Tatsache, dass der Mann, der uns zur Glaswerkstatt hinfahren sollte, ziemlich niedlich war, stieg zumindest die Laune der drei Maedchen. Doch kaum angekommen, erwartete uns der naechste Schock: Das Fernsehen sollte uns wirklich dabei filmen, wie wir uns total zum Affen machte. Lauthals auf Deutsch fluchend beschwerten wir uns also ueber die Hitze, darueber, dass diese *** Gasbrenner das Ganze auch nicht ertraeglicher machten und ueberhaupt, dass wir keinen Bock auf diesen Muell hatten, waehrend der Kameramann freundlich grinsen um uns herumwuselte.
Als wir dann endlich fertig waren, durften wir als Belohnung noch ein Motiv fuer einen Staubfaenger aus Glas malen. Da ich aber ueberdeutlich bewiesen habe, dass ich ueberhaupt gar nicht malen kann, hat das eine Freundin fuer mich uebernommen, sodass ich genug Zeit hatte, um mich mit meinen Freundinnen (Sie koennen beim Malen auch noch Nebentaetigkeiten erledigen) ueber den Mann vom Rathaus zu unterhalten. Da das Gespraech eine sehr lustige Wendung genommen hat, will ich es euch nicht vorenthalten.
Meine Freundin meinte also, dass der Mann vom Rathaus doch total niedlich waere. Und ich will gerade sagen, dass der Kameramann doch eigentlich auch gar nicht so uebel ist, als der aus unbestimmten Gruenden anfaengt, zu kichern. Etwas irritiert sehen wir ihn an, ehe ich 'ueberhaupt nicht sarkastisch' sage: "Passt auf, gleich erzaehlt er uns noch, dass er Deutsch kann und uns versteht." Und was sagt dieser Kameramann?! "Ja, ich verstehe euch." AUF DEUTSCH!! (Wir erinnern uns an die unschoenen Flueche weiter oben?!) Und da er damit sowieso schon ein neuer Freund von uns war, ging das Ganze gleich mit dem Interview weiter. Da zeigt der auf dieses undefinierbare Glasdings und fragt mich doch tatsaechlich, was das sei. Leider wusste ich das auch nicht so genau (Es wurde mir auch nur mit den Worten "Du kannst ein Motiv einpraegen und es dann verschenken" in die Hand gedrueckt). Es war halt rund, aus Glas und hatte keinen anderen Zweck, als hinstellen und einmal im Jahr abgestaubt werden. Demzufolge war meine mehr oder weniger intelligente Antwort: "Das ist Glas." (man merkt, ich wusste wirklich nicht, was ich sagen sollte...) Praezise, genau und auf den Punkt gebracht, oder?!

Auch, nachdem wir die Strapazen des Handwerkens und vor der Kamera beim Japanisch-Sprechen Gutaussehens ueberstanden hatten, goennte man uns keine Pause (Waere ja auch zu schoen). Denn es ging gleich weiter zur naechsten Station: Volleyball Spielen und Fragen Beantworten in der Mittelschule (und dabei ebenfalls vor der Kamera gut aussehen). Dazu sollte ich vielleicht erwaehnen, dass in Japan (solange es sich nicht um den Volleyballclub handelt) sowieso immer die Mannschaft gewinnt, die das Glueck hat, die erste Angabe zu schlagen. Und auch beim Frage-Antwort-Spiel waren die Schueler so schuechten (oder desinteressiert), dass es darauf hinauslief, dass wir ihnen Fragen stellten, um das Gespraech ueberhaupt am Leben zu erhalten.
Als wir den Raum dann verliessen (Es war Zeit fuer den Schulputz und somit zeigten sich alle Schueler auf den Flueren) stellte sich uns (wohlbemerkt Maedchen und Jungen) dann aber sowieso nur noch eine Frage: Warum nicht die Oeberschueler?!

Der lustigste Teil des ganzen Tages war aber sowieso der Abend, als sich alle Austauschschueler+Gastfamilien in einem gemieteten Raum zu einer Party trafen. An sich nicht besonders spannend, aber als dann unser Kameramann als Ehrengast auftauchte, steig die Spannung in den Himmel. Und wir Maedels nutzten das und die Tatsache, dass wir 90% der Gaeste eh nie wieder sehen wuerden, um alle verfuegbaren Opfer vor die Linse unsere Fotoapparate zu ziehen.
Nach der Party ging es dann etwas gemaechlicher zu. Da wir das Glueck hatten, genau zu der Zeit zu kommen, in der die Gluehwuermchen leben (und diese kurze Zeit nutzen, um Kinder zu machen), haben wir uns in der Dunkelheit leuchtende Gluehwuermchen angeguckt. Voll huebsch!! Anschliessend hat uns unsere Gstfamilie in einen Onsen eingeladen. Da mussten wir uns zwar, wie ja bekannt, bis auf die nackte Haut entbloessen, aber da wir eh die einzigen Gaeste unter 50 waren, war es nicht ganz so peinlich.
19.6.07 02:19


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